DBO - Deutsche Buddhistische Ordensgemeinschaft

9. Jahrestreffen im Kloster Wat Puttabenjapon in Langenselbold vom 24.-26. April 2012

Protokoll

Dienstag

Am Nachmittag, nach einem informellen Austausch der angereisten Ordinierten, widmeten wir uns der uns von einem Fördermitglied übermittelten Liste mit 33 häufig von Laien gestellten Fragen (FAQs). Es ist vorgesehen, die Antworten nach und nach auf der Website zu publizieren.

Ab 18 Uhr wurde diese Diskussion wieder aufgenommen.

Ab 19 Uhr nahmen wir zusammen mit den beiden Mönchen des Klosters und etlichen Laien an der Abendrezitation und Meditation teil. In deutscher Sprache wurde auch eine angeleitete Meditation im Sinne des Gründerabtes angeboten.

Mittwoch:

Vor dem Frühstück trafen wir uns – wie es schon üblich geworden ist – zur gemeinsamen stillen Meditation. Dann sprach die Ehrw. Sucinta über das 8. Kapitel im Cullavagga. Darin geht es um die klösterlichen Pflichten, die Etikette, auch spricht man von den „14 Protokollen“. Folgende Aspekte werden darin behandelt: die Ankunft eines Neuen im Kloster, der Weggang aus einem Kloster, das gemeinsame Essen, die Almosenrunde, das Leben in der Wildnis, das Verhalten in einer Unterkunft, in der Sauna und in der Toilette. Ferner geht es um die Pflichten von Lehrer und Schüler und den Präzeptor.

Durchgängig vermittelt der Text den Geist der Rücksicht, des Respekts und der Loyalität. Einige Details der Protokolle mögen nicht mehr zeitgemäß sein; es sei jedoch wichtig, den Geist zu erfassen und danach zu handeln. Wenn diese Protokolle aus Mangel an Respekt mißachtet werden, sei dies ein Dukkata (=schlecht gehandelt).

Bemerkenswert für den Geist im Orden ist nicht zuletzt das Verhalten dem Präzeptor gegenüber. Redet dieser, soll ihn der Schüler nicht unterbrechen – es sei denn, jener übertritt eine Regel. Bemerkt der Schüler, dass der Lehrer Zweifel hat, soll er ihm gar selbst einen Dhamma-Vortrag halten oder einen anderen Mönch für diese Aufgabe suchen. Wird ein Vinaya-Verfahren gegen den Lehrer geführt, soll der Schüler ggf. dabei mitwirken, dass schließlich dessen Rehabilitation durchgeführt wird. Umgekehrt trägt auch der Präzeptor Verantwortung für den Schüler.

Um 10 Uhr versammelten wir uns zur Morgenrezitation des Klosters, und um 11 Uhr boten uns die thailändischen Unterstützerinnen das von ihnen zubereitete Essen dar.

Von 13-15 Uhr fand die Mitgliederversammlung des Vereins statt (siehe gesondertes Protokoll). Danach war etwas Zeit für den individuellen Austausch bei einem Spaziergang.

Ab 16 Uhr sprach die Ehrw. Lobsang Drime über den Regenzeit-Abschnitt des Buches Mahāvagga aus dem Vinayapiṭaka, das auch in einer deutschen Übersetzung vorliegt. Es wird hier sehr deutlich, dass die zahlreichen Bestimmungen nach und nach aufgrund konkreter Vorfälle, Beanstandungen und Bitten festgelegt wurden. Sehr ausführlich wird in diesem Kapitel dargelegt, wie lange und unter welchen Umständen die Klausur verlassen werden darf.

Um 19 Uhr nahmen wir wie am Vortage an der Abendveranstaltung des Klosters teil.

Donnerstag:

Nach der Morgenmeditation und dem Frühstück widmeten wir uns der Planung künftiger Treffen. Erneut wurde ein Sangha-Tag gewünscht, der frei von Vereinsangelegenheiten ist. Im neuen, noch im Ausbau befindlichen Thai-Tempel in Hannover soll angefragt werden, ob man uns dort aufnehmen möchte bzw. kann. Geplant ist u.a. ein Bericht über den Uposatha-Abschnitt im Buch Mahāvagga (Ehrw. Doko). Einige Mönche sollen angefragt werden, ob sie über die aktuell übliche Ausübung berichten können.

Die nächsten Termine:

Schneverdingen, den 26. Juni 2012 Hannover, den 11.5.2012
Thubten Choedroen & Dagmar Doko Waskönig
(Vorsitzend & Protokollantin)